Jochen Haußmann MdL Ihr Abgeordneter aus dem Wahlkreis Schorndorf

Schwerlastverkehr auf den Schurwaldübergängen

Hier lesen Sie meine Pressemitteilung vom 15. Juni 2020:

"Bei Andrea Banzhaf wackelt die Wand und es knackt auch schon mal im Dachgebälk. Der Grund sind schwere Laster, die auf der L1147 in Richtung Schorndorf über mehrere Straßenabsenkungen donnern. Bis zu durchschnittlich 188 Lastzüge am Tag zählte die Zählstelle bei Oberberken zuletzt. Dazu kommen knapp 7.800 Pkw und 367 Busse und Lkw ohne Anhänger. Andrea Banzhaf wandte sich mit einem Hilferuf an den FDP-Landtagsabgeordneten Jochen Haußmann. Der holte sich per Kleiner Anfrage Informationen vom Verkehrsministerium. Das bestätigte: „Auf den genannten Strecken ist die Zunahme überdurchschnittlich.“ Und nannte 426 Schwerlastfahrzeuge täglich. Was nicht so ganz zu den Angaben der Betroffenen passte: „Wir haben deswegen die Daten des Verkehrsmonitoring selber ausgewertet und kommen auf Spitzenbelastungen von 555 Lastzügen, Lkw und Bussen am Tag“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion. Er hat auch einen Lösungsvorschlag: „Die Straße muss auf der bergabwärts führenden Seite sofort saniert werden.“ Der Vorschlag ging jetzt an Verkehrsminister Winfried Hermann: Er soll das RP per Lärmmessung prüfen lassen, ob der Auslösewert von 67 dB tags und 57 dB nachts an den Schadstellen überschritten ist, um lärmmindernden Asphalt einzubauen, mindestens aber die durch die schweren Laster verursachten Straßenabsenkungen sanieren lassen.

 

In Schorndorf-Oberberken gibt’s eine Zählstelle, die automatisch Zahl und Typen der vorbeikommenden Fahrzeuge misst. Ergebnis: Der Schwerlastverkehr hat sich von 2012 bis 2018 von 305 auf 426 Fahrzeuge gesteigert, beantwortete das Ministerium die Frage des Landtagsabgeordneten. „Da wurde allerdings der Durchschnitt inklusive Sonntag genommen und sonntags sind bekanntlich wenig Lkw unterwegs“, sagt Jochen Haußmann. Die genauere Auswertung der Messergebnisse ergab dann, dass die Belastung wochentags deutlich höher ist, wenn die Werte zwischen Dienstag und Donnerstag genommen werden. Und dass die Lkw mit Anhänger nur ein Teil des Problems sind: Deren Zahl blieb 2017 und 2018 konstant bei 188 pro Tag, wuchs damit seit 2014 um 44 (gleich 30,4 Prozent). Ganz anders sieht es bei Bussen und Lkw ohne Anhänger aus: Deren Zahl stieg seit 2012 um täglich 153 auf jetzt 367 gleich 71,5 Prozent.

 

Damit ist eingetroffen, was Jochen Haußmann schon 2012 vorausgesagt hatte. Die Schließung der übrigen Schurwaldübergänge hat zu einer Verkehrsverlagerung auf die L1147 bei Schorndorf und die L1199 durch Kernen-Stetten geführt. Wobei auf letzterer die Zahl der schweren Lkw deutlich niedriger ist.

 

Der Schorndorfer Schurwaldübergang hat also eine hohe Frequenz, und worin die besteht, lässt sich bei einem Vororttermin mit Andrea Banzhaf leicht hören: Ein 40-Tonner bergwärts ist zwar nicht geräuschlos, rollt aber ohne Scheppern und Krachen dahin. Der 40-Tonner talwärts rummst erst über Kanal- und Wasserleitungsdeckel, dann durch Straßendellen und ist weithin hörbar: „Da sind alle Anlieger die ganze Straße hinunter betroffen“, sagt Andrea Banzhaf.

 

Getan werden könnte aber durchaus etwas, sagt Jochen Haußmann: „Ich denke da an eine Lärmsanierung der Straße.“ Seit 2016 gilt dafür ein Erlass, der „die Auslösewerte für den Einsatz für lärmmindernden Asphalt bei Straßen in der Baulast des Landes abgesenkt hat. In Kerngebieten und Dorfgebieten greift der bei 67 dB(A) tagsüber und 57 DB(A) nachts. Die Messwerte 2018 an der Zählstelle in Oberberken lagen zwischen sechs und 18 Uhr bei 65,9 dB(A) und von 22 Uhr bis sechs Uhr bei 56,8 dB(A). „Ich könnte mir gut vorstellen, dass eine Messung an den schadhaften Stellen, deutlich höhere Werte ergibt“, sagt Jochen Haußmann. Vor allem tagsüber sorgen nicht nur die Laster für Lärm, auch leere Pkw-Anhänger sind deutlich zu hören, wenn die Gespanne von der zum Recyclinghof umfunktionierten Deponie talwärts fahren. „Dass diese Senkungen rasch verschwinden, ist aber das Mindeste“, schreibt Jochen Haußmann in seinem Brief an Winfried Hermann: „Schließlich ist das Land durch die Sperrung der übrigen Schurwaldübergänge außer der L1199 dafür verantwortlich, dass sich der Verkehr auf dieser Straße konzentriert, und deswegen verpflichtet, die Belastungen für die Anwohnenden so niedrig wie möglich zu halten.“"

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